Novak Djokovic vs. Matteo Berrettini Tipp & Prognose – 10.07.2021

Djokovic zum 30. Mal in einem Grand Slam Finale

Am Sonntag ist es endlich soweit. Über zwei Wochen lang wurde auf dem heiligen Rasen von Wimledon der gelben Filzkugel nachgejagt. Mit Novak Djokovic und Matteo Berrettini haben sich nun die zwei stärksten Spieler durchgesetzt. Die Nummer 1 der Welt und die Nummer 9 im ATP-Ranking bestreiten das Endspiel im altehrwürdigen All England Tennis Club. Um 15 Uhr betreten die beiden Finalisten den Centre Court. Veröffentlicht am 10.07.2021. Autor:

Lesedauer: 2 min
Novak Djokovic vs. Matteo Berrettini Analyse & Prognose
Anzahl Sätze 3 1.95
Mittleres Risiko
Tennis weiss

Novak Djokovic hat im gesamten Turnierverlauf erst einen Satz abgegeben und scheint in diesem Jahr unantastbar zu sein. Für Berrettini ist es das erste Grand Slam Finale seiner Karriere. Zweifellos wird der Italiener etwas nervös sein. Vor allem ist er auch mit einem 19-fachen Grand Slam Champion konfrontiert, der über jede Menge Erfahrung verfügt. Wir gehen davon aus, dass dieses Spiel in drei Sätzen entschieden wird.

Novak Djokovic

  • Erst einen Satz im Turnier verloren
  • Nummer 1 der Welt
  • 5-facher Wimbledon Champion

Matteo Berrettini

  • Nummer 9 der Weltrangliste
  • Erstmals in einem Grand Slam Finale
  • 0:2-Bilanz gegen Djokovic

Der Djoker kurz vorm Gipfelkreuz

Es ist das beherrschende Thema in den Medien. Novak Djokokic hält aktuell bei 19 Grand Slam Titeln und kann am Sonntagnachmittag mit seinen Rivalen Roger Federer und Rafael Nadal gleichziehen. Mit einem Sieg würde er seinen 20. Titel bei einem Major-Turnier holen und sich somit in eine sehr, sehr gute Position bringen, am Ende der Ära der „großen Drei“ als Rekordsieger in die Geschichte einzugehen.

Die bisherigen Grand Slam Titel von Djokovic
  • 5x Wimbledon
  • 9x Australian Open
  • 2x French Open
  • 3x US Open

Djokovics Reise ins Endspiel

Die Leistungen des Djokers lässt die Tenniswelt nicht einmal mehr staunen – denn was der Serbe auf den Platz zaubert, überrascht schon längst niemanden mehr. Mit einer unglaublichen Konstanz und Raffinesse in seinen Schlägen braust er über seine Gegner hinweg und degradiert sie nahezu zu Statisten. Nur einen einzigen Satz musste der Dominator im Turnierverlauf abgeben. Und zwar den ersten in seinem ersten Match gegen Jack Draper, die Nummer 253 im ATP-Ranking. Ab diesem Zeitpunkt gab es kein Erbarmen mehr und so holte der Serbe nun schon 18 Satzgewinne in Folge. Egal ob Aufschlagkanone Andersen, der starke Volleyspieler Fucsovics oder der in Topform agierende Shapovalov – alle miteinander konnten dem Djoker nicht einmal einen Satz abnehmen.

Der Weg ins Halbfinale
1R: Djokovic – Draper 4-6 6-1 6-2 6-2
2R: Djokovic – Anderson 6-3 6-3 6-3
3R: Djokovic – Kudla 6-4 6-3 7-6
AF: Djokovic – Garin 6-2 6-4 6-2
VF: Djokovic – Fucsovics 6-3 6-4 6-4
HF: Djokovic – Shapovalov 7-6 7-5 7-5

Der Djoker ist im Finale gegen Berrettini haushoher Favorit. © GEPA pictures/ Alan Grieves Für Djokovic ist der 20. Grand Slam Titel zum Greifen nahe.

Wie lief das Halbfinale?

In der Runde der letzten 4 bekam es Djokovic mit dem jungen Kanadier Denis Shapovalov zu tun. Für den 22-Jährigen war es das erste Semifinale bei einem Major Turnier. Shapovalov lieferte dem Serben einen tollen Kampf und verlor alle drei Sätze nur knapp. Djokovic war im ersten Satz bereits mit 3:5 in Rückstand geraten, kämpfte sich aber wieder einmal zurück und holte sich Satz 1 im Tie Break. Auch der zweite Durchgang verlief eng – Shapovalov ließ einige Breakbälle liegen und patzte selbst mit Doppelfehlern zum entscheidenden Zeitpunkt. Im dritten Satz ergab sich ein ähnliches Bild. Der Kanadier kämpfte tapfer – wenn es darauf ankam, war der Serbe aber am Punkt. Somit zog Djokovic mit 7-6 7-5 7-5 in sein 30. Major-Endspiel ein.

Die Statistiken aus dem Halbfinale gegen Shapovalov
  • Asse: 8
  • Doppelfehler: 5
  • Erste Aufschläge: 68/112 (61%)
  • Punkte nach erstem Aufschlag: 55/68 (81%)
  • Netzpunkte: 28/33 (85%)
  • Gewonnene Breakbälle: 3/10 (30%)
  • Winners: 33
  • Unforced Errors: 15

Djokovic und Berrettini im Head to Head

Die beiden Top Ten-Spieler standen sich bisher zwei Mal am Platz gegenüber. Zum ersten Mal im Jahr 2019 bei den ATP Finals in London. In der Gruppenphase war Berrettini völlig chancenlos und wurde von Djokovic mit 6-2 6-1 vom Platz geschossen. Im heurigen Jahr standen sich die beiden bei einem anderen Grand Slam Turnier gegenüber. Bei den French Open in Roland Garros kam es zum Duell im Viertelfinale. Doch auch da war der Djoker nicht zu stoppen und siegte in vier Sätzen.

Die beiden Duelle
  • 2019 ATP Finals London: Sieg Djokovic 6-2 6-1
  • 2021 French Open Paris: Sieg Djokovic 6-3 6-2 6-7 7-5

Matteo Berrettini träumt vom Wimbledon Titel

Für den 25-Jährigen läuft es im Jahr 2021 auch endlich bei den großen Grand Slam Turnieren nach Wunsch. Bei den Australian Open erreichte der Italiener das Achtelfinale, in Paris ließ er ein Viertelfinale folgen. Nun steht der Römer vor dem ganz großen Wurf und hat in seinem ersten Major-Finale die Chance auf den Triumph in Wimbledon. Natürlich ist Berrettini klarer Außenseiter. Auf der anderen Seite hat er absolut nichts zu verlieren und kann praktisch ohne Druck frech drauflos spielen. Selbstvertrauen sollte ausreichend vorhanden sein – in diesem Jahr hat starke Aufschläger bereits 2 Turniersiege geholt. Eines davon auf Rasen im Londoner Queens Club.

Die bisherigen Turniersiege Berrettinis
  • 2018: Gstaad, Sand
  • 2019: Budapest, Sand
  • 2019: Stuttgart, Rasen
  • 2021: Belgrad, Sand
  • 2021: Queens Club London, Rasen
Matteo Berrettini bestreitet sein erstes Major-Finale in Wimbledon. © GEPA pictures/ Patrick Steiner Berrettini baut auf sein starkes Service im Finale gegen Djokovic.

Die bisherige Performance von Berrettini in Wimbledon

Keinesfalls will man die Leistungen des Italieners schmälern, allerdings muss man sagen, dass die ganz großen Gegner im Turnierverlauf gefehlt haben. Bis zum Viertelfinale hießen die Gegner Pella, Van de Zandschulp, Bedene und Ivashka. Allesamt Spieler, die auf der Tour nicht zu den Topspielern zählen. Die erste „echte“ Prüfung kam dann mit dem Match gegen Auger-Alissime. Gegen den Kanadier zeigte Berrettini seine Klasse auf Rasen und siegte in vier Sätzen. So wie auch im Halbfinale gegen Überraschungsmann Hurkacz. Der Pole war abgesehen vom dritten Satz gegen Berrettini chancenlos.

Der Weg ins Halbfinale
1R: Berrettini – Pella 6-4 3-6 6-4 6-0
2R: Berrettini – Van de Zandschulp 6-3 6-4 7-6
3R: Berrettini – Bedene 6-4 6-4 6-4
AF: Berrettini – Ivashka 6-4 6-3 6-1
VF: Berrettini – Auger-Aliassime 6-3 5-7 7-5 6-3
HF: Berrettini – Hurkacz 6-3 6-0 6-7 6-4

Die Statistiken aus dem Halbfinale gegen Hurkacz
  • Asse: 22
  • Doppelfehler: 1
  • Erste Aufschläge: 65/103 (63%)
  • Punkte nach erstem Aufschlag: 56/65 (86%)
  • Netzpunkte: 16/25 (64%)
  • Gewonnene Breakbälle: 6/10 (60%)
  • Winners: 60
  • Unforced Errors: 18

Unsere Prognose zum Wimbledon-Endspiel

Was könnte den Djoker stoppen? So sehr man sich darüber auch den Kopf zerbricht – die Antwort lautet schlicht und einfach: Nichts! Sofern sich der Serbe nicht verletzt, ist kaum vorstellbar, dass er das Finale in Wimbledon verliert. Der Djoker steht vor der großen Chance, seine ewigen Rivalen Federer und Nadal abzufangen. Die Nummer eins der Welt will diesen Sieg um jeden Preis und wird ihn sich auch nicht nehmen lassen. Für Berrettini wird es bei einer wertvollen Finalerfahrung bleiben. Unser Tipp: Djokovic siegt - und das in drei Sätzen.

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