Wett Tipp ATP World Tour Finals: Roger Federer - David Goffin

Samstag, 18.11.2017 um 15:10 Uhr (MEZ)

Klare Rollenverteilung in den Halbfinalspielen

Es geht in die heiße Phase bei den ATP-Finals in London, wo am Samstag die Halbfinalspiele auf dem Programm stehen. In beiden Duellen gibt es klare Favoriten. Den Anfang macht die Begegnung zwischen Turnierfavorit Roger Federer und Belgiens David Goffin, der in der „Gruppe Pete Sampras“ Rang zwei belegte. Aufgeschlagen wird am 18. November um 15:00 Uhr.

Roger Federer

  • deutlich mehr Erfahrung in großen Spielen
  • noch kein direktes Duell verloren
  • enorm vielseitiger Spieler

David Goffin

  • stark beim Return
  • Druck liegt klar beim Gegner

Aktuelle Form Roger Federer

Wenn man sich die Statistiken zu diesem Duell vor Augen führt, ist eine Niederlage des Schweizer Altstars beinahe ausgeschlossen. Denn Federer hatte mit Goffin in seiner bisherigen Karriere noch überhaupt keine Probleme. Sechs Mal trafen diese beiden Akteure bereits aufeinander, ebenso oft behielt Federer die Oberhand. Es wäre schon eine Riesen-Sensation, würde sich dies am Samstag ausgerechnet in London ändern. Zumal Federer auch den Vorteil in der Hinterhand hat, das Prozedere bei diesem Turnier schon in- und auswendig zu kennen, während Goffin das erste Mal an dieser inoffiziellen Tennis-Weltmeisterschaft teilnimmt. Ebenfalls für den Schweizer spricht die Tatsache, dass er seinen Vorschlussrundengegner erst vor wenigen Wochen in die Knie zwingen konnte. Wobei diese Formulierung viel zu kurz greift, wenn man Federers Sieg in Basel in den Blick nimmt. Denn dieser glich eher einer Demontage als einem knappen Match. Im Semifinale der Swiss Open siegte der Lokalmatador mit 6:1 und 6:2, ließ seinem Kontrahenten nicht den Funken einer Chance. Wenn man sich die Statistiken dieses Duells vor Augen führt, wird klar, das Federer vor allem beim Aufschlag deutliche Vorteile hatte. Nach erfolgreichem ersten Service machte der Schweizer nicht weniger als 91 Prozent der gespielten Punkte, bei zweitem Aufschlag waren es immer noch enorm starke 79 Prozent. Wenn er diese Quote auch nur annähernd halten kann, wird es für Goffin extrem schwer. Nicht ganz so souverän wirkte die Nummer zwei der Welt bei seinen bisherigen Auftritten in der O2-Arena. Denn: Federer musste sowohl gegen Alexander Zverev, als auch gegen den bereits fix ausgeschiedenen Marin Cilic einen Satz abgeben, im dritten Gruppenspiel siegte er mit 6:7, 6:4 und 6:1. Die Tatsache, dass er den Kroaten in Satz drei dominierte, zeigt aber, dass Federer meist in der Lage ist, noch eine Schippe draufzulegen. Die größten Stärken des Schweizers gegenüber Goffin sehen wir im Netzspiel, auch beim Service hat Federer dem Belgier mit Sicherheit etwas voraus. Leichte Probleme waren zuletzt beim Return erkennbar, sollte er diese in den Griff bekommen, steht einem erneuten Finaleinzug kaum mehr etwas im Weg. Stark sind vor allem seine Schläge von der Grundlinie, von wo aus Federer das Spiel in die Hand nehmen kann. Speziell mit seiner Vorhand sorgt der Schweizer trotz seiner 36 Jahre immer noch für enorm viel Tempo, auch die Präzision dieses Schlages sucht auf der ATP-Tour beinahe ihresgleichen.

Aktuelle Form David Goffin

Für David Goffin spricht in diesem Halbfinale nicht allzu viel. Dies kann man mit mehreren Statistiken und Erfahrungsberichten begründen. Da wäre zu allererst die Tatsache, dass der kleine Belgier schon gegen Grigor Dimitrov de facto ohne Chance war, mit 0:6 und 2:6 verlor. Warum dies von Bedeutung ist: Zwar hat Goffin nach der Dimitrov-Pleite die richtige Reaktion gezeigt und gegen Dominic Thiem glatt gewonnen, allerdings ähneln sich die Spielstile des Bulgaren und Goffins Halbfinalgegner Federer sehr stark, Dimitrov wurde schon zu Jugendzeiten immer wieder als „Baby-Federer“ bezeichnet. Auch der Schweizer selbst gab an, sich eher Goffin als Thiem im Halbfinale zu wünschen, da dieser gegen Dimitrov bereits Probleme hatte. Gleiches galt im Übrigen für das Duell gegen Rafael Nadal, wobei der Spanier diese Begegnung in Vollbesitz seiner Kräfte wohl für sich entschieden hätte. Denn selbst gegen einen deutlich gehandicapten Nadal tat sich Goffin enorm schwer. Die Tatsache, dass er gegen Federer bereits vier Hartplatz-Duelle verloren hat. Auch das Match gegen Dominic Thiem am vergangenen Freitag trägt nicht unbedingt dazu bei, dem 26-Jährigen Goffin große Chancen gegen Federer einzuräumen. Im ersten Satz lag er schnell mit 0:3 zurück, konnte sich aber noch in den Durchgang zurückämpfen und siegte in diesem mit 6:4. Allerdings muss bei allem Respekt gesagt werden, dass dieser Sieg eher einer absolut unterirdischen Leistung Thiems zu verdanken war als der Stärke Goffins. Immerhin gelang eine klare Steigerung bei eigenem Aufschlag, 72 Prozent seiner ersten Services landeten im Feld, womit er Thiems Quote um mehr als 20 Prozent übertraf. Stärken zeigte der Belgier als Rückschläger, hier sehen wir auch am Samstag mit die größten Vorteile für den 26-Jährigen. Denn: Goffin verfügt über enorm schnelle Beine, kann an einem guten Tag beinahe jeden Ball in hoher Qualität ins Feld zurückspielen. Auch zeigte er sich zuletzt mental etwas stärker als etwa gegen Nadal. Nicht nur, dass er wie erwähnt ein 0:3 in Satz eins wettmachen konnte, er nutzte auch gleich fünf seiner insgesamt sieben Breakchancen. Dass er selbst sechs ebensolche zuließ und dennoch so glatt gewann, kann als Indiz dafür erkannt werden, dass noch viel Luft nach oben besteht. Fakt ist, dass Goffin bereits mehr erreicht hat, als ihm viele zugetraut hätten. Dementsprechend ist der ganz große Druck für den Belgier weg. Ebenso eine Tatsache: Goffin wird enorm risikoreich spielen müssen, um zum Erfolg zu kommen, was die Wahrscheinlichkeit an Fehlern bei seiner derzeit fehlenden Konstanz erhöht. Allerdings: Mit risikoreichem Spiel kennt sich der Belgier bestens aus, gehört auf der ATP-Tour etwa zu jenen Spielern, die bei Vorhandschlägen den frühesten Treffpunkt aufweisen können, dem Gegner demnach nur wenig Zeit geben, sich auf die Schläge vorzubereiten.

Wettprognose

Die Quote für einen Sieg Roger Federers ist – das ist uns bewusst – sehr gering. Wer diese etwas in die Höhe treiben will, kann auf einen Zweisatz-Erfolg des Schweizers setzen. Von einem ebensolchen gehen auch wir aus, Goffins Leistungen in den letzten Tagen und Wochen gepaart mit dem Auftritt in Basel lassen eigentlich keinen anderen Schluss zu. Unser Spielitpp: Tipp 1.

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