WETTEN MIT DER MARTINGALE STRATEGIE

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Die Martingale Wettstrategie stammt eigentlich nicht aus dem Sportwetten Bereich, sondern aus der Welt des Glücksspiels und ist dadurch vielen bereits aus dem Casino bekannt. Mittlerweile entlehnen viele Sportwetten Freunde diese Strategie und wenden sie für Sportwetten an. Die Idee hinter der Martingale Strategie ist dabei sehr einfach: Durch die systematische Erhöhung des Wetteinsatzes sollen verloren gegangene Wetten bzw. der verspielte Wetteinsatz kompensiert werden, um am Ende stets mit einem Plus auszusteigen. Dieses Vorgehen eignet sich also für alle unter euch, die auf Statistiken und aufwendige Auswertungen pfeifen (wollen), und alleine der mathematischen Grundidee vertrauen. Alles was ihr über das Wetten mit Martingale wissen müsst, wie diese Wettstrategie genau funktioniert und welche Gefahren ihr bei diesem System unbedingt bedenken solltet, schlüsseln wir im Folgenden für euch auf.

Inhalte auf dieser Seite

  • Wie funktioniert die Martingale Strategie?
  • Ist die Martingale Strategie auf Sportwetten übertragbar?
  • Das Gegenteil: Was ist die Anti-Martingale Strategie?
  • Fazit: Lohnt sich die Martingale Strategie für Sportwetten?

Wie funktioniert die Martingale Strategie?

Martingale beschreibt eine Strategie beim Glücksspiel, die auf eine lange Tradition verweisen kann. Bereits im 18. Jahrhundert kam sie zunächst beim Pharo zum Einsatz, bekannt wurde sie vor allem durch Roulette. Ziel dieser Strategie: Der Einsatz soll nach einem Verlustfall nicht nur schnell wettgemacht werden - mehr noch: Das System verspricht ein beständiges Plus am Ende des Spielprozesses. Die klassische Variante der Martingale Strategie, die wir auch im Zuge dieses Artikels behandeln wollen, ist das "Verdoppeln". Die einfache Grundidee dahinter: Geht eine Wette verloren, wird der Grundeinsatz so lange verdoppelt bis eine Wette schlussendlich gewonnen wird. In diesem Fall beginnt das Spielchen von vorne und es wird wieder mit dem Grundeinsatz gestartet. Für ein konkretes Beispiel bleiben wir zunächst in der Welt des Glücksspiels: In unserem Musterfall setzt ihr beim Roulette euren Grundeinsatz, z.B. 1 Euro, auf "Schwarz". Die Regeln sind klar: Gewinnt Schwarz, erhaltet ihr von der Spielbank das Doppelte zurück - verliert Schwarz, so geht euer Einsatz verloren. Angenommen es fällt Rot und ihr verliert. Greift ihr nun auf die Martingale Strategie zurück, so müsst ihr beim nächsten Anlauf 2 Euro setzen. Verliert ihr erneut, müsst ihr 4 Euro setzen, verliert ihr nochmals, sind 8 Euro fällig usw. Der positive Hintergedanke der Martingale Strategie: Im Falle eines Gewinns ist es egal, wie viele Runden davor verloren gingen, denn bei einem einmaligen Gewinn mit dieser progressiven Einsatzerhöhung sind alle vormaligen Verluste wettgemacht und ihr habt den Wert eures Grundeinsatzes wieder in der Tasche!

Einsatz Wettergebnis Gewinn Gesamtgewinn
1 verloren 0 -1
2 verloren 0 -3
4 verloren 0 -7
8 verloren 0 -15
16 verloren 0 -31
32 gewonnen 64 +1

Ist die Martingale Strategie auf Sportwetten übertragbar?

Möchten wir nun mit der Martingale Strategie im Sportbereich wetten, müssen wir dieses System so gut wie möglich in diesen Sektor übertragen. Das Hauptproblem an der ganzen Sache: Das Martingalespiel basiert auf einer rein mathematischen Grundlage. Sportwetten bzw. Sportergebnisse - und hier vor allem Fussballergebnisse - können zwar anhand von Statistiken und Erfahrungswerten weitestgehend vorausgesagt, jedoch in keinem Fall zu 100% korrekt berechnet oder gar mit Sicherheit prognostiziert werden. Schließlich handelt es sich bei Wettquoten nur um Annäherungswerte der vermeintlichen Spielausgänge. Diese können nicht wie beim Roulette klar definiert werden. Um die Martingale Strategie für Sportwetten anwenden zu können, muss eine Mindestquote von 2,00 herangezogen werden. Mit einer darunterliegenden Quote ist dieses Spielprinzip schlicht nicht anwendbar. Idealerweise wird eine 2-Weg-Wette gewählt, bei der die mathematische Gewinnwahrscheinlichkeit bei 50% liegt und somit unserem Roulette-Beispiel ähnelt. Ein gravierendes Problem liegt damit bereits auf der Hand: In der Realität ist es wohl kaum möglich, stets Wetten mit einer exakten Quote von 2,00 zu finden, um die klassische Martingale Strategie auch anwenden zu können. Gehen wir nun aber von einem idealisierten Beispiel aus, bei dem die Wettquote stets 2,00 beträgt:

Einsatz Wettergebnis Gewinn Gesamtgewinn
5 gewonnen 10 5
5 gewonnen 10 10
5 gewonnen 10 15
5 verloren 0 10
10 verloren 0 0
20 verloren 0 -20
40 verloren 0 -60
80 verloren 0 -140
160 verloren 0 -300
320 gewonnen 640 20

Die Gefahren des Wettens mit der Martingale Strategie werden schnell sichtbar: Nach einer kleinen, nicht unrealistischen Pechsträhne von insgesamt sechs Wetten müsste bereits ein Wetteinsatz von 320 Euro platziert werden, um insgesamt einen doch spärlichen Gewinn in der Höhe von 20 Euro zu lukrieren. Hätte man bereits nach der ersten Verlustwette aufgehört, also laut unserer Liste nach der Vierten Wette, wäre man mit einem Gewinn von 10 Euro ausgestiegen, und hättet dabei nie mehr als 5 Euro setzen müssen. Das gewaltige Risiko dieser Wettstrategie, das in keiner Relation zum tatsächlichen Ertrag steht, wird anhand der Tabelle eindrucksvoll verdeutlicht. Das Martingale-System steht und fällt alleine mit dem zur Verfügung stehenden Finanzrahmen - und dieser aufgrund des Verdoppelungsprinzips schneller erreicht, als man zunächst glauben möchte. Bedenkt: Bereits bei einer Quote von 1,90, die also knapp unter 2,00 liegt, müsste bei einer verlorenen Wette der Einsatz um einiges mehr als 100% erhöht werden, um den Verlust auszugleichen.

Das Gegenteil: Was ist die Anti-Martingale Strategie?

Aufgrund der oben aufgezeigten Risiken, die im Endeffekt nur mit kleinen Gewinnen belohnt werden und der schwierigen Durchführbarkeit in der Realität, greifen viele Sportwetten Freunde viel lieber auf die gegenteilige Wettstrategie zurück: Die Anti Martingale Strategie. Diese ist zum einen mit weitaus weniger Risiken verbunden und zum anderen viel besser praktisch umsetzbar. Auch hier ist eine Mindestquote von 2,00 erforderlich. Im Gegensatz zur klassischen Martingale Strategie dürfen kleinere Abweichungen bei den Wettquoten ruhig in Kauf genommen werden, was die Spielbarkeit der Strategie wesentlich erleichtert. Wie der Name bereits vermuten lässt, wird eine Umkehr des eigentlichen Spielprinzips angewandt: "Gewinnprogression statt Verlustprogression" lautet die Devise. Das bedeutet: Im Falle eines Gewinns wird der Einsatz verdoppelt - geht die Wette verloren, wird der Wetteinsatz halbiert. Startet ihr zum Beispiel mit 10 Euro, setzt ihr im Gewinnfall bei der nächsten Wette 20 Euro. Ging der Tipp in die Hose, wären beim nächsten Mal 5 Euro zu platzieren. Es handelt sich also um eine äußerst defensive Wettstrategie. Wir empfehlen euch bereits vorab ein persönliches Gewinnziel zu definieren, das dann auch unbedingt eingehalten werden sollte! Gehen wir für unser Beispiel dennoch stets von einer 2,00 Quote aus. Es soll verdeutlicht werden, dass die Anti Martingale Strategie längerfristig meist nur dann gewinnbringend ist, wenn nicht mehr als zwei Wetten hintereinander verloren gehen! Bei drei Verlustwetten in Serie gestaltet es sich schwierig, wieder ins Plus zu geraten.

Einsatz Wettergebnis Gewinn Gesamtgewinn
10 gewonnen 20 10
20 verloren 0 -10
10 verloren 0 -20
5 verloren 0 -25
2,50 gewonnen 5 -22,5
5 gewonnen 10 -17,5
10 gewonnen 20 -7,50

Fazit: Lohnt sich die Martingale Strategie für Sportwetten?

Beim Wetten mit dem Martingale System ist in erster Linie nicht das Sportwissen, sondern die finanzielle Situation/das Wettbudget ausschlaggebend. Das Wettkonto entscheidet darüber, ob diese Wettstrategie überhaupt gespielt werden kann - was schon einmal ein schlechtes Omen darstellt. Bei dieser Strategie muss für einen vergleichsweise kleinen Ertrag ein großes Risiko in Kauf genommen werden - schließlich geht es nur darum, Verluste zu vermeiden. Wir sind der Meinung: Lieber kleine Verlust in Kauf nehmen, als immense Einbußen zu riskieren. Die teilweise erforderlichen und extrem hohen Einsätze lohnen sich nicht! Beginnt ihr mit 1 Euro, wäre bei verlorenen Wetten bereits nach der 10. Wette ein Betrag in der Höhe von 1024 Euro fällig. Startet ihr mit einem Grundeinsatz von 5 Euro, müsstet ihr bei der 9. Wette gar 1320 Euro platzieren, um einen Verlust zu vermeiden. Denkt daran: Im Falle eines Gewinns würdet ihr dennoch lediglich mit einem Plus von 5 Euro dastehen! Jedem Sportwetten Fan können wir nur dringendst von der Martingale Wettstrategie abraten.

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